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Erster Einsatz Hockenheim Classic 2012

Drei Tage vorm ersten Einsatz des Jugendteams war dei Restauration im Grunde genommen beendet.

Alles schien perfekt zu funktionieren. Es folgte der erste Startversuch des Motors. Die BMW lief sofort an. Wen wunderts? Neue Vergaser, neue Pitsch-Zündung und ein Motor von Martin Stühler. Was sollte da noch schiefgehen?

Doch nach 50 Metern das Aus! - Kein Vortrieb mehr. Die Kupplung rutschte hemmungslos durch. Zurück in die Werkstatt. Getriebe raus. Kupplung raus. Ergebnis nach langen Überlegungen und Meßvorgängen: Die Druckscheibe der Kupplung war krumm.

Am nächsten Tag nach Frankfurt fahren und eine andere Druckscheibe holen. Abends einbauen. Probelauf. Nach 50 Metern das gleiche. - Kein Vortrieb. Kupplung rutscht immer noch gnadenlos durch. Zurück in die Werkstatt. Getriebe raus. Kupplung raus. Messen, prüfen, rätseln. - Ergebnis: Die Nabe des Reibbelages war zu lang. Nabe gekürzt. Kupplung rein. Getriebe rein.

Am nächsten Tag auf den benachbarten Flugplatz gefahren. (Mittlerweile war es Donnerstag und am nächsten Tag sollte es in aller Frühe losgehen in Richtung Hockenheim.) Motor gestartet. - Keine Probleme. Probefahrt durch Klaus Marquardt. - Alles perfekt. Dann Übergabe an Oliver Stürs, den Fahrer fürs kommende Wochenende. Zwei Runden. Und dann: DAS AUS !!!
Sch........ !!! - Kupplung rutscht schon wieder. Zwei Stunden Schrauben, Rätseln, Hoffen, Bangen. Dann die Erlösung: Das ganze Kupplungspaket hatte sich gelöst. Das heißt, die sechs Schlitzschrauben, die die Kupplung spannen, waren allesamt locker. Nicht gerade lustig, aber wenigstens war der Fehler gefunden. Also Einpacken und etwas schneller schlafen, denn inzwischen war es 22 Uhr.

Am nächsten Morgen um 7 Uhr aufstehen, Getriebe ausbauen, alle Schrauben der Kupplung einkleben und mit einem Körnerschlag sichern. Getriebe rein. Gespann eingeladen. Nach Hockenheim gefahren.

Beim ersten "Freien" Training lief dann alles problemlos. Lediglich das Schaltgestänge mußte für Oli anders eingestellt werden. Die Kupplung und das gesammte Fahrzeug funktionierten perfekt. Genauso perfekt, wie Fahrer und Schmiermaxe.

Direkt nach diesem ersten Trainingslauf kamen Fahrerkollegen aus allen Ecken des Fahrerlagers und klopften den beiden "Jungs" anerkennend auf die Schultern. Die beiden fuhren einen astreinen "Strich". Genauso, wie es sein soll. Daraufhin die Entscheidung der Rennleitung: Oli und Marc wurden auch für das Zeittraining zugelassen. Und nachdem auch hier nichts auszusetzen war, kam letztendlich die Freigabe für den Rennlauf am Sonntag.

Hier belegten die beiden Neulinge auf Anhieb den 12. Platz unter 18 Teilnehmern. Wenn das mal kein Erfolg ist. Und wenn man die Zeiten anschaute, so waren sie nicht mal die langsamsten im Starterfeld.

Oliver ging geradezu virtuos mit der Maschine um. Man konnte beobachten und hören, wie sauber er die 500er BMW auch aus hohen Geschwindigkeiten herunterbremste, den jeweils niedrigeren Gang schonend mit Zwischengas einlegte und dabei den Motor nicht unnötig in hohe Drehzahlen trieb. Einfach eine saubere Leistung.

Wer Marc als Schmiermaxen beobachtete, konnte feststellen, wie er von Runde zu Runde permanent an seiner Arbeit feilte. Ohne Unruhe ins Gespann zu bringen.

Bei der Siegerehrung wurden die beiden mit einem Sonderpokal belohnt und Joachim Gabrietz sagte den beiden eine Zukunft im Historischen Gespannrennsport voraus, die noch viele schöne Veranstaltungen erwarten läßt.

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